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Christen-Gemeinschaft



Menschen finden sich,
die einen Impuls gemeinsam haben.
...und sie treten zusammen zu dem Gelöbnis,
dieser Kraft ..
die Treue zu halten
und einander
in diesem Streben zu unterstützen.

Dieter Brüll



Gemeinschaft heute ?


KULTUS-TRAGE-GEMEINSCHAFT
Freie christliche, geschwisterliche Verantwortungs-Schalen ...



Und es ist in der Tat jede wirkliche Gemeinschaftsbildung eine Art Geisterbeschwörung,
weil dadurch eine Kraft entsteht,
die größer ist als die Summe der Kräfte, die die Einzelnen besitzen ...
Das Christus-Wort »Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen«
erleuchtet und erfüllt, gerade wenn man es im Blick auf die »Wiederkunft Christi« versteht,
eine wichtigste Gegenwartstendenz.
Dieses Wort ent hüllt ja die höhere Vollmacht der Gemeinschaft
gegenüber den Möglichkeiten, die der Einzelne besitzt.
Dabei dringt es allerdings, indem es die niedrigen Zahlen >zwei oder drei<nennt,
mit stiller Energie auf die Echtheit und Substanz,
die nie durch die großen Zahlen propagandistischer Statistik zu ersetzen ist ...
Wahre Gemeinschaftsbildung ist ein Mittel zur Herbeirufung helfender göttlicher Kräfte,
sie ist schließlich ein Mittel zur Ver wirklichung des neuen Kommens Christi selbst.

Emil Bock, »Michaelisches Zeitalter«



(Hier) muss seelische Harmonie sich entwickeln, die durch die Sache selbst gefordert wird:
Wenn jeder Mensch für sich handelt, so entstehen Disharmonien.
Wenn auf unserem Gebiet die einzelnen Menschen, die aus diesem oder jenem heraus wirken,
nicht zusammengehen, sich nicht zusammenfinden,
so entsteht gar nicht Anthroposophie innerhalb der Menschheit.
Anthroposophie er fordert als Sache wirklich menschliche Brüderlichkeit bis in die tiefsten Tiefen der Seele hinein.
Sonst kann man sagen: Ein Gebot ist die Wirklichkeit.
Bei Anthroposophie muss man sagen:
Sie wächst nur auf dem Boden der Brüderlichkeit;
sie kann gar nicht anders erwachsen als in der Brüderlichkeit, die aus der Sache kommt,
wo der Einzelne dem anderen das gibt, was er hat und was er kann.

Rudolf Steiner, 11.6.1922, GA 211.



Menschen finden sich, die einen Impuls gemeinsam haben.
Ein Impuls ist eine konkrete geistige Kraft,
die als ein reales Ideal Besitz von ihnen ergriffen hat und dem sie ihr Leben weihen wollen.
Diesen Impuls haben sie auch in dem Andern erkannt,
und sie treten zusammen zu dem Gelöbnis, dieser Kraft,
die sie als ein Höheres, als etwas im Verhältnis zum Menschen Vollkommeneres erleben,
die Treue zu halten und einander in diesem Streben zu unterstützen.
So bilden sie eine Schale, die das lebendige Wirken dieser Kraft auffängt.
Es ist die Form, die dem Geist erst Macht verleiht. -
Im Gegensatz zur >Gemeinschaft<stehen die Gefährten mit dem Rücken zueinander:
Jeder steht in seinem eigenen Arbeitskreis.
Man braucht einander nur selten zu begegnen.
Aber bei jedem Schritt im Leben spürt man die geistige Anwesenheit aller anderen:
mahnend oder helfend, um die Situation im Sinne des Impulses zu meistern. ...

... was in der Gemeinsamkeit begnadend empfangen (und auch erarbeitet) ist,
ist nicht zur Erbauung der Mitglieder da.
Es will gesundend ausfließen in die Gesellschaft ...
übernimmt die Gemeinsamkeit als Ganzes die Verantwortung.
Sie sendet aus und verpflichtet sich dadurch,
geistig die Arbeit der Gesandten nicht nur mitzuvollziehen - das ist ja der Grund ihres Daseins -,
sondern diese mit ihren Gebeten oder Meditationen weiterzubegleiten.
Die Aussendung hat ein biblisches Urbild. ...
Wenn sie dann zurückkehren, zeigt sich, dass Er sie auf ihrem Weg begleitet hat (Lk.10).
So mag auch die Schale, also der Zusammenklang der Mitglieder,
hinter und neben den Gesandten stehen, ihre Mission zu unterstützen.
Dann können sie >Lämmer unter Wölfen< sein...
Es ist das Mehr, das dem Gesandten mitgegeben wird,
und, um der Gerechtigkeit willen, auch das Weniger, das für die Gemeinsamkeit übrig bleibt.
Im Sozialen müssen wir absehen von dem trostreichen Gedanken, dass die gute Tat belohnt wird.

Dieter Brüll, »Bausteine...«, S.164 & 157






ora et lege et labora



Christen-Gemeinschaft bauen

»Gemeinschaft«...
ein großer Begriff, eine gewaltige Forderung
des Christus-Impulses im Zeitalter der Freiheit und Individualität:

»Kulturoasen« eines geschwisterlich christlichen Weges,
soziale, ökologische, religiös gegründete, alternative
Christen-Gemeinschaften bauen, in der Wüste unserer Zeit... !?
Wo sind die neuen Wege, die wir als Christen initiieren könnten?

Karl König (der Begründer der heilpädagogischen Bewegung »Camphill«)
hat weisheitsvoll Altes mit zukunftsträchtig Neuem verbunden ...





»Jetzt haben wir erneut eine Chance.
Und ich meine, lasst uns bloß alle mitwirken, damit diese Chance nicht erneut vom Tisch gefegt wird....
Der Zeitgeist Michael bediente sich (früherVDL) eines einzelnen Menschen.
Heute kann das so nicht mehr stattfinden.
Wenn wir aber mit Überschusskräften und Begeisterung im Leben stehen,
kann Michael durch diesen Überschuss, durch dieses Mehr (in und aus der Gemeinschaft VDL) wirksam werden.
Wir müssen selbst den Anfang machen.
Michael wartet ab.
Sobald man aber Mut fasst und etwas anfängt, dann hilft er.
Aber der Weg dort hin?
Dann kommt die Entwicklung, welche mit der Hoffnung endet:
>Dass gut werde, was wir aus Herzen gründen<.
Das Gute ist gemeint, nicht das Richtige. ..
Die Wahrheit, das Richtige zu finden, das war die Aufgabe der Verstandesseele.
Die Bewusstseinsseele heute hat zur Aufgabe, das Gute zu tun. ...
nun muss man sich noch zu einer zweiten Phase durchringen, einer Phase, in der man tiefer eindringen kann,
die esoterische Phase. ..
Dieses letzte Handeln nennt Rudolf Steiner die dritte Phase oder die moralische Phase,
wo man im Einklang mit dem Zeitgeist handelt. ...

Es ist jetzt unsere Aufgabe in Europa,
eine christliche Infrastruktur zu gründen:
überall kleine und größere Einrichtungen zu schaffen,
wo intensiv geistig geübt und gearbeitet wird.
Dann haben wir die Grundlage geschaffen für unsere Zukunft
in dem großen Geisteskampf, worin wir stehen.«


Bernard Lievegoed, in INFO-3, 1990






ora et labora et lege

Karl Königs Camphill-Leitsterne
als Impuls für freie christliche Gemeinschaftsbildung !?


Eine christliche Infrastruktur... etwa neue Orden??
Das geht weit über einen Arbeitskreis einer Kultus-Trage-Gemeinschaft hinaus! Und selbst die ist noch Zukunft ..
also Utopie !?

Weil aber die Liebe, konkret die Geschwisterlichkeit, die Wurzel christlichen Seins ist .. sein sollte,
sei gerade hier auf einen Impuls hingewiesen werden, der zeigt, dass es auch im Mesosozialen ein Weiter gibt,
(undogmatische!) Grundlagen um religiös gegründete Christen-Gemeinschaften zu bauen ...

»In den Gesprächen mit Alfred Heidenreich ... stand noch die Gestalt eines Ordens vor Königs Seele:
die weltliche, spirituelle Kraft Camphills in ihrem Streben
nach der - von Rudolf Steiner so genannten - kosmischen Kommunion
als Gefäß für die Sakramente zu gestalten
und umgekehrt der Einsetzung der Sakramente einen schützenden irdischen Ort zu bereiten.«
Müller-Wiedemann

In den dunkelsten Stunden des letzten Jahrhunderts, vertrieben von Hitlers Schergen,
zog Karl König mit einigen Sinnesgenossen an den Rand Europas, nach Aberdeen in Schottland,
um dort einen »Orden der Barmherzigkeit«zu begründen,
um das Licht der Liebe zu retten,
indem sie ihre Möglichkeiten und damit die Heilpädagogik ergriffen
und dem "unwerten" Leben Behinderter im Nazi-Deutschland
Zuflucht, Schutz und Heimat in der Gemeinschaft »Camphill« boten.



Eine konkret-praktische Christen-Gemeinschafts-Saat,
die mit ihren DREI LEITSTERNEN das alte mönchische Ideal

ora (bete) et lege (lerne/studiere) et labora (arbeite)

zukunftsgemäß michaelisch wandelte
und damit den Wurzelgrund für anthroposophisch urielische Gemeinschaften bereitete,
Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus :


LEGE - Der erste Leitstern
»Der erste Leitstern ist die >Schule universaler Weisheit<,
von der Amos Comeniusvor dreihundert Jahren träumte. ...
Wir versuchen immerzu, Geisteswissenschaft in unsere Arbeit einfließen zu lassen,
damit deren Resultate Zeugnis von der Wahr heit der Anthroposophie ablegen. ...

LERNEN
Durch das Studium der gesamten Anthroposophie in allen ihren Aspekten
trägt die Camphill-Bewegung dazu bei,
dass die >SCHULE DER WEISHEIT< von Comenius >Pansophia< erbaut wird.


ORA - Der zweite Leitstern
Der zweite Leitstern der Camphill-Bewegung ist der Versuch von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf
einen CHRISTLICHEN ORGANISMUS aufzubauen.

BETEN
Indem die Camphill-Bewegung versucht, ein christliches Leben zu führen, die christlichen Feste
(und die kultischen Feiern/ SakramenteVDL) als heilige Regelung der Jahreszeiten einzuhalten
und den Christus-Geist als wahres Licht jeder Menschengemeinschaft zu erkennen,
möchte sie den Weg der >Nachfolge Christi<von Zinzendorf gehen.


LABORA - Der dritte Leitstern
Der dritte Leitstern, der über Camphill und der Bewegung leuchtet,
ist der Versuch einer neuen wirtschaftlichen Ordnung von Robert Owen.

So offenbart sich das innerste Geheimnis aller Arbeit :
Es ist LIEBE und nichts als endlose Liebe.
Es ist die Liebe und Barmherzigkeit, von der Paulus in den Korintherbriefen spricht.

ARBEITEN
Durch die tägliche Arbeit an der Realisierung des sozialen Hauptgesetzes hilft die Camphill-Bewegung
Owens >ALL UMFASSENDE BARMHERZIGKEIT<zu verwirklichen.«


Karl König





Ȇberblickt man die in diesem Kapitel geschilderten Entwicklungen
auf dem Wege zu einer sozialen Gestalt Camphills,
so kann deutlich werden, dass hier durch die soziale Gestaltungskraft Königs
die im Templerorden noch wirksame kosmisch-ätherische Substanz,
aus welcher Regeln und das Leben der Templer geflossen sind, umgewandelt wird in einen größeren Organismus,
in dem jeder in allen einzelnen Bereichen teilhaben kann.«
Müller-Wiedemann

»Dass die geschichtliche Entwicklung
(der durch Karl König begründeten heilpädagogischen Bewegung «Camphill»)
andere Wege gegangen ist , ändert nichts an der Bedeutung dieses frühen, von König initiierten Schrittes,
insofern in ihm Keime zukünftiger sozialer Kulturgestaltung für einen historischen Augenblick - vielleicht zu früh -
zu Tage getreten sind.«
Müller-Wiedemann




Wahre Gemeinschaftsbildung
ist ein Mittel zur Herbeirufung
helfender göttlicher Kräfte,
sie ist schließlich ein Mittel
zur Verwirklichung
des neuen Kommens Christi selbst.


Emil Bock, »Michaelisches Zeitalter«


Das ist das Geheimnis
des Fortschritts der zukünftigen Menschheit,
aus Gemeinschaften heraus zu wirken.

Rudolf Steiner, 23.11.1905



Gestern gesät, für morgen ...




Literatur:

GEMEINSCHAFT BAUEN
Die drei Leitsterne - Karl Königs Camphill-Impuls

Siehe Literatur !






Ego-Falle ...



Werkzeuge gelebter Liebe

Empathisch miteinander Schale sein


Wo greift der Widersacher ein ?
Im Zwischenmenschlichen, in der Gemeinschaft,
wo unsere selbstsüchtigen, übergriffigen Doppelgänger
zerstörerisch wirken können...
Nein, wir sind keine Heilige!
Aber auf dem - wenn auch langen - Weg!
Der Wille den Weg der Liebe,
der Toleranz, Empathie, Geschwisterlichkeit, des Vertrauens
zu gehen ist Voraussetzung für die Arbeit und Mitarbeit
in einer Kultus-Trage-Gemeinschaft.
Ohne ständige eigene und gemeinsame Übung geht das nicht.
Heutzutage habe wir dazu eine reiche Auswahl
an Werkzeugen, gerade aus der modernen Psychologie,
abgesehen vom anthroposophischen Schulungsweg ...
Uns ist hier ganz besonders hilfreich der Weg der
empathischen »GEWALTFREIEN KOMMUNIKATION«,
die Marshall Rosenberg entwickelt hat.
Jedem Seinen Weg!
Aber Gehenwollen, auf den Weg müssen wir!



Die Thematik ist umfangreich...
Deshalb folgende Empfehlung zur Vertiefung:

www.gewaltfrei.de oder de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation



Literatur:


GEWALTFREIE KOMMUNIKATION
Eine Sprache des Lebens
Marshall B. Rosenberg, ISBN 3 8738 7454 7

GESPRÄCH ALS KULTUS
Christlicher Einweihungsweg, Wiederkunft, Bruderschaft
Gerhard von Beckerath, ISBN 3 7235 1238 0

GEMEINSCHAFTSBILDUNG
Der Weg zu authentischer Gemeinschaft
M. Scott Peck, ISBN 978 3 9816 8602 9

DER ANTHROPOSOPHISCHE SOZIALIMPULS
Dieter Brüll, ISBN 978 3 0376 9039 0









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